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<title>Angorakatze</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Angorakatze</span></h1>
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<p>Der Begriff <b>Angorakatze</b> wird in verschiedenen historischen Zeitabschnitten unterschiedlich gebraucht:
</p>
<ul><li><a href="T%C3%BCrkisch_Angora" title="Türkisch Angora">Türkisch Angora</a>, eine heutige und von den Zuchtverbänden anerkannte Katzenrasse.</li>
<li>Historische Bezeichnung für Katzen mit längerem Fell schlechthin. Gebräuchlich bis etwa zu Beginn der 1950er Jahre.</li>
<li>Bis heute landläufig volkstümliche Bezeichnung für alle Katzen mit längerem Fell. Insbesondere weiße Katzen mit längeren Haaren werden häufig als Angorakatze bezeichnet.</li></ul>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Historische_Angorakatze">Historische Angorakatze</h2></div>
<p>Die <b>Angorakatze</b> (<i>Felis maniculata angorensis</i>)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ist eine historische halblanghaarige <a href="Katzenrasse" class="mw-redirect" title="Katzenrasse">Katzenrasse</a>, deren erste Vertreter vermutlich aus der früheren <a href="Ankara_(Provinz)" title="Ankara (Provinz)">Region Angora</a> in <a href="Kleinasien" title="Kleinasien">Kleinasien</a> stammten, in der sie als <a href="Hauskatze" title="Hauskatze">Hauskatze</a> gehalten wurde.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie gelangten etwa im 17. Jahrhundert nach Europa, zunächst an die Höfe des europäischen Adels. Sie galt lange Zeit als Urmutter der heutigen Perserkatzen. Genetische Untersuchungen, veröffentlicht 2014, haben jedoch ergeben, dass die Perserkatze aus Zufallsverpaarungen der <a href="Sibirische_Katze" title="Sibirische Katze">Russischen Angorakatze</a> entspringt, nicht aber mit orientalischen Katzenrassen verwandt ist.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert Vereine zur Rassekatzenzucht gegründet wurden, formulierten diese –&nbsp;insbesondere die englische Organisation <a href="Governing_Council_of_the_Cat_Fancy" title="Governing Council of the Cat Fancy">GCCF</a>&nbsp;– erstmals Zuchtstandards und vergaben Namen für Rassekatzen. Die langhaarigen Variationen wurden dort nun alle als <a href="Perserkatze" title="Perserkatze">Perserkatze</a> geführt, deren Standard später häufig geändert wurde.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die reine Angorakatze wurde seitdem nicht mehr weiter gezüchtet. In Deutschland versuchte der Felinologe Schwangart um das Jahr 1930 herum, neben dem modernen Persertyp den traditionellen Angoratyp neu zu beleben, allerdings unter dem Namen „Deutsch Langhaar“, der außerdem seit Anfang des 20. Jahrhunderts auch für eine <a href="Deutsch_Langhaar" title="Deutsch Langhaar">Hunderasse</a> Verwendung fand. Diese neue Katzenrasse hatte keinen Bestand. In der Rassekatzenzucht kommt der historische Begriff Angorakatze durch die Umbenennung in Perserkatze seitdem nicht mehr vor, wohl aber im internationalen allgemeinen Sprachgebrauch.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Landläufiger_Ausdruck_für_Katzen_mit_längerem_Fell_allgemein"><span id="Landl.C3.A4ufiger_Ausdruck_f.C3.BCr_Katzen_mit_l.C3.A4ngerem_Fell_allgemein"></span>Landläufiger Ausdruck für Katzen mit längerem Fell allgemein</h2></div>
<p>Nicht nur in Deutschland hält sich der Begriff „Angorakatze“ in der Bevölkerung hartnäckig. In Russland wird er ganz allgemein für weiße und blau-graue halblanghaarige Katzen gebraucht.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er ist jedoch nicht mit einer bestimmten, heute anerkannten Rasse gleichzusetzen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte_der_Angorakatze">Geschichte der Angorakatze</h2></div>

<p>Die ersten Langhaarkatzen gelangten im 17. Jahrhundert nach Europa. Neben den Angorakatzen aus dem Gebiet der heutigen <a href="T%C3%BCrkei" title="Türkei">Türkei</a> sollen auch Katzen aus dem heutigen <a href="Iran" title="Iran">Iran</a> eingeführt worden sein. Die Theorie, auf die sich die angebliche Herkunft der Perserkatze stützt, indem sie aus der persischen Ostregion <a href="Khorassan" class="mw-redirect" title="Khorassan">Khorassan</a> importiert sein sollte, ist laut Enzyklopædia Iranica nicht haltbar.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Pietro_de_la_Valle" class="mw-redirect" title="Pietro de la Valle">Pietro de la Valle</a>, auf den sich die These stützt, war nie in Khorassan, von wo er angeblich halblanghaarige Tiere von seiner Reise mitgebracht haben soll. Er beschrieb Jahre nach seiner Reise nach <a href="Isfahan" title="Isfahan">Isfahan</a> und <a href="T%C3%A4bris" title="Täbris">Täbris</a> laut <a href="Georges-Louis_Leclerc_de_Buffon" title="Georges-Louis Leclerc de Buffon">Georges-Louis Leclerc de Buffon</a> lediglich eine Katze dem Hörensagen nach, die der Angorakatze bis auf jedes Detail ähnelte.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die geografische Nachbarschaft des <a href="Osmanisches_Reich" title="Osmanisches Reich">Osmanischen Reiches</a> (Türkei) und zum Beispiel Täbris in Persien (Iran) legt daher nahe, dass es sich um ein und denselben halblanghaarigen Hauskatzentyp gehandelt haben muss.
</p><p><a href="Nicolas_Claude_Fabri_de_Peiresc" class="mw-redirect" title="Nicolas Claude Fabri de Peiresc">Nicolas Claude Fabri de Peiresc</a> ließ sich die ersten Angorakatzen aus der Angora-Region von <a href="Damaskus" title="Damaskus">Damaskus</a> aus nach Frankreich bringen, er sammelte seltene Pflanzen und Tiere. Von dort gelangten sie bald an den Hof <a href="Ludwig_XIII." title="Ludwig XIII.">Ludwigs&nbsp;XIII.</a> und dann nach England.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Herkunft_des_Namens">Herkunft des Namens</h2></div>

<p>Der Name „Angora“ kann auf die frühere anatolische Provinz <a href="Ankara_(Provinz)" title="Ankara (Provinz)">Region Angora</a> des <a href="Osmanisches_Reich" title="Osmanisches Reich">Osmanischen Reiches</a> (heute Türkei) zurückzuführen sein. Da auch die <a href="Angoraziege" title="Angoraziege">Angoraziege</a> und das <a href="Angorakaninchen" title="Angorakaninchen">Angorakaninchen</a> aus dieser Region der heutigen Türkei stammen, ist eine Übertragung des Namens wegen des ebenso langen und seidigen Fells auf die Angorakatze wahrscheinlich.
</p><p><a href="Angora" title="Angora">Angora</a> war früher als allgemeine Bezeichnung für Tiere mit längerem Haar gebräuchlich und ist es heute auch noch, zum Beispiel für das Angorakaninchen. So erscheint dieser Begriff im ausgehenden 19. Jahrhundert in Lexika ebenso wie 1915 in <a href="Brehms_Tierleben" title="Brehms Tierleben">Brehms Tierleben</a><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder 1927 in <i>Die Angorakatze</i> vom 1. Deutschen Angora-Katzen Zucht- und Schutzverein.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Umbenennung_der_Angorakatze_in_Perserkatze">Umbenennung der Angorakatze in Perserkatze</h2></div>

<p>Es scheint, als sei die Angorakatze aus Gewinnabsichten in Perserkatze umbenannt worden, zumal, außer in der Fellfarbe, kaum Unterschiede zwischen den bis zur Umbenennung unter Langhaarkatzen geführten Angorakatzen bestanden. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass es einer 2014 vorgelegten Studie zufolge im Zeitraum zwischen der Einfuhr aus Kleinasien nach Europa ab Ausgang des 17. Jahrhunderts bis zur Gründung von Katzenvereinen Anfang des 20. Jahrhunderts <a href="Kreuzung_(Genetik)" title="Kreuzung (Genetik)">Einkreuzungen</a> von langhaarigen <a href="Perserkatze#Herkunft_und_Zuchtgeschichte" title="Perserkatze">russischen Katzen</a> gab.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>Katzen für Genuss und Gewinn</i> hieß eines der Bücher von Mary Frances Simpson,<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> in denen sie um Verzeihung bittet, dass sie die Angorakatze nun zu Gunsten der Perserkatze ignoriere. Dies hatte wohl auch mit Ende des <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieges</a> und dem Untergang des <a href="Osmanisches_Reich" title="Osmanisches Reich">Osmanischen Reiches</a> (1923 Türkei mit Hauptstadt <a href="Ankara" title="Ankara">Ankara</a>, früher Angora) und der Beziehung Englands mit dem bis dahin <a href="Geschichte_des_Iran" class="mw-redirect" title="Geschichte des Iran">Persischen Reich</a>, später Iran, zu tun.
</p><p>Die damalige Hochburg für Katzenzucht <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich_von_Gro%C3%9Fbritannien_und_Irland" class="mw-redirect" title="Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland">England</a> hatte Anfang des 20. Jahrhunderts den Begriff Angorakatze bereits zu Gunsten der neuen Bezeichnung „Perserkatze“ aufgegeben und führte sie nicht mehr namentlich als eigenständige <a href="Rassekatze" title="Rassekatze">Rassekatze</a>. Im 19. Jahrhundert waren für die langhaarigen Angorakatzen noch Bezeichnungen nach deren Fellfarbe gebräuchlich: <i>Angorakatze</i> (weiß), <i>Russische Katze</i> (getigert), <a href="Malteserkatze" title="Malteserkatze">Malteserkatze</a> (hellgrau-blau), <a href="Kart%C3%A4user-Katze" title="Kartäuser-Katze">Kartäuserkatze</a> (dunkelgrau-blau) oder französisch <i>Chartreux</i> (blau-grau) sowie <i>Chinesische Katze</i> (gelb).<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Fortan gab es zwei Kategorien: 1.&nbsp;Kurzhaarkatzen mit mehreren Rassen sowie 2.&nbsp;Langhaarkatzen, der, als nunmehr einzige Rasse die Perserkatze zugeordnet war.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Deutschland wurden bis zur 3. Katzenausstellung <a href="Geschichte_Berlins#Weimarer_Republik" title="Geschichte Berlins">Berlin</a> 1929 alle langhaarigen Katzen weiterhin als Angorakatzen bezeichnet.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Hauptaugenmerk bei der <a href="Zucht" title="Zucht">Zucht</a> der langhaarigen Katzen galt damals weniger dem Typ, als der Fellfarbe. Bereits 1928 fand auch die erste Reichsausstellung für Edelpelztiere in Berlin statt, auf der sogenannte Pelzkatzen als „geschätzte <a href="Rauchwaren" title="Rauchwaren">Pelztiere</a> … das Interesse wirtschaftlich eingestellter Pelztierzüchter gefunden haben“ (Auszug aus Vorrede aus selbigem Katalog von P. Schöps, Leipzig). Allerdings ist anzumerken, dass Pelze langhaariger Katzen in der Pelzindustrie damals nicht verwendet wurden, da sie als minderwertig galten.
</p><p>Der deutsche Biologe Friedrich Schwangart ordnete daher 1929 die Tiere nach ihrem Typ in Anlehnung an das englische Zuchtziel einer gedrungenen rundköpfigen Perserkatze die deutschen Angorakatzen entweder der Perserkatze zu oder Tiere im traditionellen Typ der von ihm neu benannten Deutsch Langhaar statt Angorakatze.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In Anlehnung an den aufkeimenden <a href="Nationalsozialismus" title="Nationalsozialismus">Nationalsozialismus</a> verfasste Schwangart heute fragwürdige Literatur wie <i>Zur Rassebildung und Züchtung der Hauskatze</i>.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die 3. Katzenausstellung in Berlin 1929 war die erste Ausstellung, in der die Katzen nach dem neuen <a href="Standard" title="Standard">Standard</a> bewertet wurden.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Begriff Angora wurde neben den Persern, auch in Klammersetzung, in der Literatur später ebenfalls noch verwendet.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Literatur findet man in <i>Unsere Katzen</i> von Otto Fehringer aus dem Jahr 1942 Überschriften wie „Langhaarrassen oder Angora“,<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> auf Abbildungen jedoch stets die Unterschrift Deutsch Langhaar. In der Fachwelt setzten sich die neuen Begriffe Perser und Deutsch Langhaar offensichtlich auch nicht durch. So ist zum Beispiel bei Fachtierarzt von Knebel<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> in <i>Hund und Katze</i> ebenso wie bei Otto Fehringer in seinem <i>Neuen Katzenbuch für alle</i><sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ausschließlich von Angorakatzen die Rede.
</p><p>Es ist anzunehmen, dass der Begriff Angora sich daher nur als Rassebezeichnung wegen der Streichung und des Ersatzes durch die Deutsch Langhaar nicht halten konnte.
</p>

<p>Dadurch konnte sich die Perserkatze etablieren, insbesondere seit den 1970er Jahren durch den Hochzuchtperser mit dem „Peke-Face“ (Pekinesengesicht). Im Sprachgebrauch jedoch konnte Angorakatze Jahrzehnte noch überleben. Die Deutsch Langhaar dagegen verblasste so schnell, wie sie auftauchte, womöglich der Zeit geschuldet, in der sie erschaffen wurde. England und <a href="Geschichte_Frankreichs#1871–1940:_Dritte_Republik" title="Geschichte Frankreichs">Frankreich</a> stellten Anfang des 20. Jahrhunderts (vor 1928) alle langhaarigen Katzen unter den Standard der Perserkatze, weswegen es in der Rassekatzenzucht keine Angorakatze mehr gab.
</p><p>Ab 1950 interessierten sich Katzenzüchter wieder vermehrt für die Zucht langhaariger Katzen. Nach dem <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> verschwand die Deutsch Langhaar aus den aktiven Katzenzuchtprogrammen und wurde erst 1968 durch eine Familie Aschemeier angeblich wieder gezielt gezüchtet.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aus im <a href="Zoo" title="Zoo">Zoo</a> von <a href="Ankara" title="Ankara">Ankara</a> noch gehaltenen, als Angorakatzen bekannte Tiere alter Abstammung, wurden nun zur <a href="Rasse_(Z%C3%BCchtung)" title="Rasse (Züchtung)">Rasse</a> <a href="T%C3%BCrkisch_Angora" title="Türkisch Angora">Türkisch Angora</a>, die 1970 offiziell anerkannt wurde. In <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">Großbritannien</a> entstand die Rasse Britisch Angora, die allerdings in keinem Zusammenhang mit der historischen Angorakatze oder der Türkisch Angora steht und die im Jahr 2002 in <a href="Orientalisch_Langhaar" title="Orientalisch Langhaar">Orientalisch Langhaar</a> umbenannt wurde. Seit 2009 ist die <a href="Britisch_Langhaar" title="Britisch Langhaar">Britische Langhaar</a> anerkannt (<a href="F%C3%A9d%C3%A9ration_Internationale_F%C3%A9line" title="Fédération Internationale Féline">FIFe</a>, <a href="The_International_Cat_Association" title="The International Cat Association">TICA</a>).<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Familie Aschemeier wird seit 2005 durch eine Züchtergruppe in ihrem Bestreben unterstützt, die Deutsch Langhaar, nun unter dem Namen <a href="Deutsche_Langhaarkatze" title="Deutsche Langhaarkatze">Deutsche Langhaarkatze</a> wieder zu etablieren. Hierzu überreichte sie im April 2009 fünf ihrer <a href="Zuchttiere" class="mw-redirect" title="Zuchttiere">Zuchttiere</a> dieser Züchtergruppe.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das <i>Projekt Arche Angorakatze</i> widmet sich dagegen einer <a href="Abbildz%C3%BCchtung" title="Abbildzüchtung">Abbildzüchtung</a>, insbesondere die der Malteserkatze, da es zweifelhaft scheint, dass die historische Angorakatze, oder im Zuge ihrer Umbenennung in Deutsch Langhaar, mehr als 60–80 Jahre züchterisch nachweisbar überdauern konnte.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Türkisch_Angora"><span id="T.C3.BCrkisch_Angora"></span>Türkisch Angora</h2></div>
<p>Erst in den 1970er Jahren wurde die historische Angorakatze quasi neu entdeckt und als die im Zoo von <a href="Ankara" title="Ankara">Ankara</a> noch gehaltenen ähnlichen weißen Tiere identifiziert. Inzwischen wurde sie als <a href="T%C3%BCrkisch_Angora" title="Türkisch Angora">Türkisch Angora</a> anerkannt und wird heute weltweit gezüchtet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Langhaarmutation">Die Langhaarmutation</h2></div>
<p>In der Katzenzucht werden heute neben den <a href="Liste_von_Katzenrassen#Kurzhaarkatzen" title="Liste von Katzenrassen">Kurzhaarkatzen</a> <a href="Liste_von_Katzenrassen#Langhaarkatzen" title="Liste von Katzenrassen">Langhaarkatzen</a> und <a href="Liste_von_Katzenrassen#Halblanghaarkatzen" title="Liste von Katzenrassen">Halblanghaarkatzen</a> unterschieden. Genetisch betrachtet gibt es jedoch nur eine rezessiv vererbbare Mutation für Langhaarigkeit, jedoch keine gesonderte Mutation, die Halblanghaar auslösen würde. Der Unterschied zwischen ursprünglichem Halblanghaar und Langhaar wurde durch gezielte <a href="Z%C3%BCchtung" class="mw-redirect" title="Züchtung">Züchtung</a> auf die Langhaarigkeit bei der Perserkatze erreicht. Allerdings gibt es (Stand Juli 2009) 4 unterschiedliche Zustandsformen<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der rezessiven <a href="Mutation" title="Mutation">Mutation</a>, also <a href="Allel" title="Allel">Allele</a>, von denen bislang nicht bekannt ist, inwieweit sie sich unterschiedlich auf die Haarlänge und -fülle auswirken. Eine dieser Varianten trifft auf alle halblanghaarigen Katzen sowie die aus ihnen gezüchtete Perserkatze zu, andere entweder nur auf die Ragdoll, Norwegische Waldkatze oder Maine Coon.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Langhaarmutation geht vermutlich auf die türkischen Katzen (Türkisch Angora) zurück. Gesichert ist dies nicht. Es ist jedoch anzunehmen, dass solche langhaarige Katzen, <a href="Evolutionsfaktor" title="Evolutionsfaktor">evolutionsbedingt</a> besser an raue klimatische Bedingungen angepasst, sich nach Ende der letzten <a href="Quart%C3%A4re_Aussterbewelle" title="Quartäre Aussterbewelle">Eiszeit</a> durch Anpassung an den Lebensraum aus dem Gebiet des <a href="Kaukasus" title="Kaukasus">Hochgebirge</a> <a href="Kaukasien" title="Kaukasien">Kaukasiens</a> wieder in nördliche und östliche Gebiete ausbreiteten. Dies würde die natürliche Entwicklung der Angorakatze, der <a href="Sibirische_Katze" title="Sibirische Katze">Sibirischen</a> und der <a href="Norwegische_Waldkatze" title="Norwegische Waldkatze">Norwegischen Waldkatze</a>, ohne menschliche Eingriffe durch Anpassung entstanden und über einen ausgeprägten <a href="Fellwechsel" title="Fellwechsel">Sommer-Winter-Fellwechsel</a> sowie deutliche Fellbüschel zwischen den Zehen, die als Schneeschuhe dienen, verfügend, erklären und auch das Erscheinungsbild ähnlicher Katzen<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aus der <a href="Geschichte_Chinas" title="Geschichte Chinas">Song- oder Ming-Zeit</a> Chinas. Auch die Fellfarbe der ersten nach Europa eingeführten Langhaar- bzw. Angorakatzen, wie weiß und grau oder schwarz, legen ähnlich wie beim <a href="Polarfuchs" title="Polarfuchs">Polarfuchs</a> eine klimatisch beste Anpassung nahe, bei dem das Winterfell auch die Varianten weiß oder grau bzw. schwarz aufweist. Langhaarkatzen dieser Herkunft sind im Zuge von Kontakten der Fürstenhäuser, Eroberungen und der zunehmenden Handelstätigkeit zwischen Europa und Kleinasien und später Asien seit dem 17.&nbsp;Jahrhundert belegt. Spekulationen, wonach das Langhaargen von der <a href="Pallaskatze" class="mw-redirect" title="Pallaskatze">Pallaskatze</a> stammt, sind bis heute weder bestätigt noch widerlegt, ebenso dass es sich um eine Mutation handelt. Eher ist anzunehmen, dass diese Katzen aus Vermischung zwischen der <a href="Wildkatze" title="Wildkatze">Wildkatze</a>, Felis s.&nbsp;silvestris, und der Unterart Felis s.&nbsp;caucasica vor ihrer Domestikation entstanden.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Weil die Langhaarmutation rezessiv ist, kann es in kurzhaarigen Katzen über viele <a href="Generation" title="Generation">Generationen</a> hinweg unerkannt schlummern, um dann wieder zum Vorschein zu kommen. In vielen kurzhaarigen Katzenrassen und regionalen Hauskatzenschlägen ist die Langhaarmutation auf diese Weise vorhanden. Nehmen sich <a href="Z%C3%BCchter" class="mw-redirect" title="Züchter">Züchter</a> des langhaarigen Katzennachwuchses an, können neue langhaarige Katzenrassen entstehen wie zum Beispiele die <a href="Britisch_Kurzhaar" title="Britisch Kurzhaar">Britisch Langhaar</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Angorakatze" class="extiw external" title="wikt:Angorakatze">Wiktionary: Angorakatze</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li>Georges Louis Leclerc Buffon: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=QessAAAAYAAJ&amp;pg=PA317&amp;dq=Persian+Cat&amp;hl=de&amp;ei=CDmkTemaHI7bsgbOyOSJCA&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=3&amp;ved=0CEYQ6AEwAg#v=onepage&amp;q=Persian%20Cat&amp;f=false"><i>Natural history, general and particular</i></a></li>
<li>Sarah Hartwell: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.messybeast.com/longhair-cats.htm"><i>Longhaired Cats</i></a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://iranicaonline.org/articles/bayhaq-town">Enzyklopædia Iranica</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://iranicaonline.org/articles/cat-ii-persian-cat">Persian Cat</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/Naturwissenschaften/M/Brehm,+Alfred/Brehms+Thierleben/S%C3%A4ugethiere/Zweite+Reihe%3A+Krallenthiere/Vierte+Ordnung%3A+Raubthiere+(Carnivora)/Erste+Familie%3A+Katzen+(Felidae)/7.+Sippe%3A+Katzen+(Felis)/Angorakatze+(Felis+maniculata+domestica+angorensis)">Felis maniculata angorensis</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
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<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Charles Darwin: <i>Das Variiren der Thiere und Pflanzen im Zustande der Domestication&nbsp;…</i>, Band 1. 1868, S. 56</span>
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://www.asas.org/docs/default-source/wcgalp-proceedings-oral/277_paper_10420_manuscript_1362_0.pdf?sf">[1]</a> 10. Weltkongress für angewandte Genetik in der Nutztierproduktion (WCGALP) in Vancouver, abgerufen am 1. Mai 2015.</span>
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<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://chestofbooks.com/animals/cats/All-About/Cat-Registration.html#long_haired_cats">chestofbooks.com</a></span>
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<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20170307123929/http://www.usedom-keramik.de/Angorakatze/index.php/">Angorakatze, Herkunft und Geschichte</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 7. März 2017 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) abgerufen am 7. März 2017</span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Georges Louis Leclerc Buffon: <i>Natural history, general and particular</i>. 1749–88, Band 8, S. 317.</span>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=j8ZOAAAAMAAJ&amp;q=Angorakatze&amp;dq=Angorakatze&amp;hl=de&amp;ei=0NHSTO31DJDxsgant9D7Cw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=2&amp;ved=0CDcQ6AEwAQ"><i>Brehms Tierleben</i> 1915</a>, abgerufen am 22. Mai 2012</span>
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<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://chestofbooks.com/food/household/Woman-Encyclopaedia-1/White-Amd-Black-Persian-Cats.html">chestofbooks.com</a> abgerufen am 22. Mai 2012</span>
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<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/angoracathowtobr00jame">Archive.org</a> abgerufen am 22. Juni 2014</span>
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</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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